Sonntag, 6. Oktober 2013

ausprobiert: Mais und violette Kartoffeln




Mais ging gar nicht in meiner Kindheit. Meine Eltern erzählen oft, dass sie sehr viel Mais in den Hungerjahren nach dem Krieg von den Amerikanern in den Care - Paketen bekommen hätten. Sie lehnen Mais radikal ab, selbst wenn ich Jahrzehnte später mal nur Polenta gemacht hatte, wurde die verschmäht.

Das hat sich irgendwie auf mich übertragen, bis auf Polenta habe ich Mais bisher nicht verarbeitet. Nun bin ich in dem Kochbuch von Humm mehrmals über Mais gestolpert. Gut, wenn er das macht muss ich das doch auch mal probieren, dachte ich mir so.
Voriges Wochenende habe ich sie dann bei einem Bio-Bauern auf dem Markt liegen sehen, drei einsame Maiskolben. Die musste ich dann mitnehmen.
Auf dem Markt gab es dann noch violette Kartoffeln und so war der vegetarische Teil des Sonntagsessen geklärt. Dazu gab es dann noch Stücke von dem Kopf von einem Rinderfilet, das hatte ich noch im Eisfach.

Also Mais werde ich öfter zubereiten, das steht fest. Es hat uns richtig gut geschmeckt. Das Püree war jetzt nicht so mein Ding, allerdings haben uns die beiden anderen Komponenten  so gut geschmeckt. Dabei ist das Schnittlauch wichtig, der Gegensatz von dem scharfen, leicht bitteren Schnittlauch zum süßen Mais war gut, gerade auch im Zusammenhang mit den salzigen Kartoffelchips.



Zutaten:

3 Maiskolben
1/2 Bund Schnittlauch
200 ml Sahne
Butter
250 g violette Kartoffeln
400 ml Erdnussöl
Pfeffer und Salz

Zubereitung:

Die grüne Schale von den Kolben entfernen und die dünnen Fäden aus den Kolben ziehen. Zwei Maiskolben dann in reichlich Salzwasser etwa 10 Minuten weich kochen. Von den zwei Kolben habe ich dann die Maiskörner heruntergeholt, teils mit dem Messer, teils mit der Hand raus gepult.


Etwa 4 El Maiskörner beiseite stellen. Die restlichen Körner in der Sahne langsam weich köcheln, mit dem Pürierstab fein pürieren. Wenn nötig noch etwas Sahne zugeben. Das Püree mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Die Kartoffeln schälen und in hauchdünne Scheiben schneiden oder hobeln, 10 Minuten in kaltem Wasser ziehen lassen. Die Kartoffelscheiben gut abtrocknen. Das Erdnussöl in einem höheren Topf erhitzen und die Kartoffelscheiben darin knusprig frittieren.

Den letzten Maiskolben in etwa 2 cm dicken Scheiben schneiden. Etwa Butter in einer Pfanne braun werden lassen, die Maisscheiben darin braun anbraten, auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen und mit Salz würzen.
Etwas Butter in einer kleinen Pfanne erwärmen, darin die losen Maiskörner kurz erwärmen. Schnittlauch waschen und in dünne Röllchen schneiden, zugeben und nur kurz mit erwärmen.
Alles auf gut vorgewärmte Teller verteilen und mit dem Fleisch servieren

Kommentare:

  1. Das sieht herrlich aus.
    Die Ablehnung von Mais kenne ich. Mein Vater hat seine frühe Kindheit in Rumänien verbracht und Mais in Form von Mamlukka stand wohl täglich auf dem Tisch....kein Mais mehr für ihn, in keiner Form...für mich aber schon :-)

    AntwortenLöschen
  2. Ich habe noch nie lila Kartoffeln gegessen. Ist der Geschmack vergleichbar mit den herkömmlichen Kartoffeln?

    AntwortenLöschen
  3. Mais haben wir als Kinder immer vom Feld geklaut. Vor allem, wenn er noch nicht reif wahr wars ein Genuss. Ich kann eigentlich die Abneigung von vielen nicht verstehen. Allerdings hab ich ihn noch nie so richtig in meiner Küche verarbeitet...außer als Körner im Salat. Sollte ich vielleicht mal machen.
    Was die lila Kartoffeln betrifft. Ich darf die ja nicht! Herr Kampi hat die aus unserer Küche verbannt, der Farbe wegen. Dabei schmecken die sooooooooooooooooooo gut. Vor allem die Vitelotte mag ich sehr gerne.
    Dein Teller sieht echt gut aus. Aber ich kann ihn Herrn Kampi so oft zeigen wie ich will, ich darf das nicht nachkochen. ;-)

    Liebe Grüße, Frau Kampi

    AntwortenLöschen
  4. In der Steiermark wird viel Mais, Kürbis und Bohnen gegessen. Ich denke nicht, dass das von den Amerikanern kommt. Die Düngemittel dazu wahrscheinlich schon. Mais ist ein Starkzährer und laugt die Böden sehr aus. Hindert mich aber nicht daran Zuckermais oder jungen Mais als Gemüse zu mögen. Solange es kein Polenta ist... denn den mag ich überhaupt nicht und das essen die Steirer als Sterz jeden Morgen...

    Das Violet der Kartoffeln sieht sehr hübsch aus. Kann mich nur nicht mit den Gedanken anfreunden, dass das Kartoffeln sind... :-)

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Anna

    AntwortenLöschen